Freitag, 8. Februar 2013

[Meine Meinung]: 'Sehet die Sünder' von Liv Winterberg

Die Klausuren sind vorbei und hier kommt auch schon die erste, wenn auch relativ kurze, Rezension, die schon längst überfällig ist:

Bretagne, 1440. Grausame Dinge geschehen in dem kleinen Dorf Saint Mourelles. Menschen verschwinden und werden ermordet im Wald aufgefunden. Misstrauen und Angst machen sich breit und stellen die sonst so harmonische Dorfgemeinschaft auf eine harte Probe. Catheline, die Haushälterin des Dorfpfarrers, und der junge Bauer Mathis beschließen, den entsetzlichen Vorfällen auf den Grund zu gehen. Denn es gibt Spuren, und die führen zum nahegelegenen Schloss. Niemand ahnt, dass sich auch der Bischof von Nantes mit einer geheimen Untersuchung der Vorgänge einschaltet. [Quelle: dtv.de]








 Liv Winterberg's Roman 'Sehet die Sünder' liest sich flüssig in einem Rutsch weg (wenn man denn die Zeit dazu hat). Zunächst wird der Leser mit ins Dorfleben genommen und lernt seine Bewohner kennen. Am Anfang waren die vielen Namen zwar verwirrend, aber dank einer Liste der Personen war nach wenigen Seiten klar, wer mit welchem Namen gemeint war und wer zu wem gehört. Allerdings geht alles sehr langsam voran und zunächst wird gar nicht richtig nach dem Mörder gesucht. Zwar wurde es nie langweilig, aber ein bisschen mehr Tempo wäre spannender gewesen.
Die Beweggründe und Gefühle der Charaktere werden glaubwürdig und nachvollziehbar dargestellt. Am liebsten mag ich Catheline, wahrscheinlich, weil sie als Hauptfigur am besten rausgearbeitet ist. Zwar wird die Geschichte aus insgesamt sechs Perspektiven (glaube ich) geschildert, einige Charaktere wie die Baronin oder Julien bleiben aber leider sehr oberflächlich. Da hätte ich mir mehr Tiefgang gewünscht.
Die Perspektivwechsel erhöhen die Spannung der Handlung außerdem noch zusätzlich. So bekommt man von verschiedenen Stellen aus Hinweise darauf, wer der Täter sein könnte und wird zum miträtseln angeregt. Ich lag am Ende sogar fast richtig. Schade war aber, dass der Täter fast von anfang an auf der Hand lag. Ich habe immer noch gehofft, dass das Offensichtliche nur eine Ablenkung ist und noch eine Wendung ins Spiel kommt. So war mir das Ganze etwas zu gradlinig. Eine falsche Färte wäre schön gewesen.
Positiv zu erwähnen ist, dass keiner der Charaktere 'geschont' wurde, auch wenn es bei einige traurig war, dass sie gestorben sind. Jedoch verleiht es der Geschichte noch mehr Glaubwürdigkeit, weil der Mörder auch vor liebenswerten Figuren nicht halt macht.

Insgesamt ist 'Sehet die Sünder' ein lesenswerter Roman mit liebenswerten Charakteren und einer großartigen Handlung, die übrigens auf einer wahren Begebenheit beruht, bei dem ich mir jedoch mehr Tempo, Tiefgang und Verstrickungen gewünscht hätte. 

Abschließend möchte ich mich beim dtv-Verlag und lovelybooks ganz herzlich für das Leseexemplar bedanken und bei Liv Winterberg für die großartige Leserunde zu dem Buch. Es hat wirklich Spaß gemacht, mit anderen Lesern zu diskutieren und zu rätseln.

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