Samstag, 24. März 2012

Dark Love

Jahr 2195: In einer Zukunft, in der Welt größtenteils zerstört und unbewohnbar ist, die Menschen die gesellschaftlichen Normen der viktorianischen Zeit angenommen, sich aber dennoch technisch und elektronisch weiterentwickelt haben spielt Lia Habels Roman "Dark Love".
Die Protagonistin Nora Dearly ist inzwischen Waise und lebt bei ihrer Tante, die sie nicht leiden kann. Denn auf gesellschaftliche Verpflichtungen und vor allem auf eine arrangierte Ehe hat Nora überhaupt keine Lust. Lieber schaut sie sich die alten Kriegshologramme ihres Vaters an. Von einem auf den anderen Tag jedoch ändert sich ihr Leben schlagartig: sie wird entführt, viel schlimmer noch: sie wird von einer Horde Zombies entführt, die behaupten, sie schützen zu wollen. Insbesondere ihr Anführer Bram weicht nicht mehr von ihrer Seite. Schnell stellt sich ihr die Frage, was ihr Vater mit der ganzen Sache zu tun hat und ob dieser nicht doch noch am Leben ist...


Zugegeben: anfangs war ich sehr skeptsich was diesen Roman angeht. Eine Liebesgeschichte mit Zombies fand ich irgendwie ekelig. Eine ganze Zeit während des Lesens hat mich dieses Gefühl auf weiterhin verfolgt. Aber ich fange von vorne an:
Zunächst scheint Noras Leben ganz normal zu sein, wie das ihrer Mitschülerinnen auch. Seit ihr Vater vor einem Jahr gestorben ist, lebt Nora mit ihrer ungeliebten Tante zusammen, deren einziger Wunsch es ist, Nora schnell zu verheiraten - ganz zu deren Missfallen. In den ersten Kapiteln des Buches bekommt der Leser eine schöne Einführung in die Welt, in der Nora lebt: Eine neue Eiszeit ist angebrochen und ein Großteil Erde zerstört. Nun lebt die Menschheit - oder das, was davon noch übrig ist - irgendwo in Südamerika. Zwar ist die Gesellschaft technisch sehr weit entwickelt, lebt aber trotzdem nach den Regeln des viktorianischen Zeitalters. Es ist sehr fragwürdig, ob sich die Menschen wieder zu solch einer gezwungenen und unfreien Gesellschaft zurückenwickeln würde, aber die Idee ist durchaus interessant.
Noras Leben verändert sich schlagartig, als sie eines Nachts von einer Horde Zombies entführt wird und gefangengenommen wird. Verängstigt sieht sie ihr Gefängnis zugleich als Zufluchtsort vor ihren Entführern. Von Angst und Ekel beherrscht übermannt sie die Verzweifelung, bis Bram, der Anführer der Zombiearmee, sich vor ihre Tür setzt und sich mit ihr unterhält. Langsam merkt sie, das hinter den Untoten doch ein menschliches Wesen steckt, gefangen in einem verwesenden Körper.
Wie gesagt konne ich mich zunächst auch nicht mit den Zombies anfreunden, verlor aber langsam gemeinsam mit Nora meinen Ekel vor ihnen.
Genauso wie Nora und ihre beste Freundin Pamela muss man nun auch Bram und seine Freunde einfach ins Herz schließen. Doch natürlich ist nicht alles gut: Brams Vorgesetzter Victor plant schlimmes für die Zombiearmee und auch Noras Heimat ist in Gefahr: die Stadt wird von Zombies überfallen.
So entwickelt sich der Roman von einer netten Geschichte zu einem mitreißenden Abenteuer, in dem immer neue Gefahren auf die Protagonisten warten. Da aus mehreren Perspektiven erzählt wird, unter anderem aus denen von Nora, Bram und Pamela, die sich noch in Neu-Victoria befindet, wird der Leser vom einen Schauplatz zum nächsten gebracht, dabei ist aber immer klar, wo man sich grade befinden sodass keine Verwirrung aufkommt.
Auch für die Charaktere beweist Lia Habel ein gutes Händchen: man fiebert mit den Helden mit, kann aber die bösen nicht richtig hassen, weil sie ihre eigene Geschichte haben, die sie in ihrem Handeln antreibt.

In 'Dark Love' vereint Lia Habel Dytopie, Steampunk und Zombies zu einem großartigen Abenteuer, in dem auch die Liebe nicht zu kurz kommt. Wer Lust auf was neues hat, sollte definitiv zu diesem Buch greifen!

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