Donnerstag, 12. Januar 2012

Der Kelch von Anavrin: Das Herz des Jägers von Lara Adrian

Autor: Lara Adrian/ Tina St. John
Originaltitel: The Heart of the Hunter
Verlag: Egmont Lyx
Preis: 9,99€
ISBN: 978-3-8025-8519-7
Seiten: 394

Die Reihe: Der Kelch von Anavrin
1. Heart of the Hunder (Das Herz des Jägers; Nov. 2011)
2. Heart of the Flame (Das magische Siegel; Juni 2012)
3. Heart of the Dove
4. Heart of the Dragon
(auf englisch bereits komplett erschienen)

England, 1275: Die junge Lady Ariana of Clairmont will ihren Bruder Kenrick befreien. Dieser wurde entführt, weil er nach dem mächtigen Drachenkelch suchte, der seinem Besitzer unvorstellbare Kräfte verleiht. Als Ariana auf ihrem Weg nach Frankreich in Lebensgefahr gerät, rettet ihr der Verwegene Braedon le Chasseur das Leben und bietet ihr seine Hilfe an. Ariana ist fasziniert vin dem düsteren, schweigsamen Ritter. Doch kann sie ihm wirklich trauen, oder trachtet auch er nur nach der Macht des Kelchs?


Lang lang ist's her, dass ich das letzte Mal was von Lara Adrian gelesen habe, das letzte Buch von ihr habe ich sogar abgebrochen. Deshalb griff ich mit gemischten Gefühlen zu diesem Buch und hoffte, dass es sich lohnt, ihr nochmal eine Chance zu geben. 


Direkt zu Beginn gefindet sich Lady Ariana in einer brenzligen Situation, sodass der Leser einfach ins Geschehen hineingeschmissen wird. Einmal im Strom der Geschichte gefangen, gibt es so schnell kein entrinnen, denn eine Gefahr folgt der nächsten. 
Die zu Grunde liegende Idee des verschollenen Kelches gefällt mir sehr gut, da es sich von den üblichen Büchern Genres abhebt. Adrian hat so eine Parallelwelt zu unserer geschaffen, genannt Anavrin, in der es kein Schmerz und kein Leid gibt. Auf tragische Art und Weise kommt dann der mächtige Drachenkelch des Königreichs abhanden und zerspringt in der Menschenwelt in vier Teile, die sich in alle Himmelsrichtungen verteilen. Nun geht es darum, die vier Teile des Kelchs zu finden und ihn vor den falschen Händen zu bewahren.
Sehr spannend und sehr mitreißend wird hauptsächlich aus Arianas und Braedons Sicht erzählt, vereinzelt auch aus der einiger Nebencharaktere.
Anstatt eines großen Spannungsbogens gibt es viele kleinere, die einen immer wieder an die Seiten fesseln und schließlich zum dramatischen Höhepunkt führen.
Abgesehen von der zu Grunde liegenden Idee des Kelches gibt es aber nicht viel neues. Gut gegen Böse, beide Seiten sind verzweifel auf der Suche nach dem Schatz, der die Welt verändern könnte. Aber altbewährtes ist ja nicht unbedingt schlecht.
Insgesamt ein sehr schöner Storyverlauf mit kleinen Schwachstellen, die ich ohne zu spoilern aber nicht nennen kann und möchte.


Mit Ariana und Braedon hat Lara Adrian ein gutes Protagonistenteam geschaffen. Auf der einen Seite eigensinnig, willenstark und sehr zielgerichtet ist Ariana aber auch teilweise unsicher und naiv, was wohl aus ihrer sehr behüteten Kindheit resultiert. Im Laufe des Romans lernt sie aber, dass die Welt es nicht nur gut mit ihr meint und dass sie aufpassen muss, wem sie ihr Vertrauen schenkt. Sehr sympathisch besteht sie ihre Abenteuer und ist dabei keine Superheldin, die die Bösen in die Flucht schlägt, sondern eine Frau ihrer Zeit, die durchaus hilfsbedürftig in Sachen Kämpfen ist. Ihr Mut und ihre Entschlossenheit lassen sie aber nicht aufgeben.
So ist ihr mit Braedon le Chasseur, der Jäger, eine große Hilfe zur Seite gestellt. Er ist verschlossen, ernst und nicht stolz auf seine Vergangenheit, die er hinter sich zu lassen versucht. Zunächst möchte er mit Ariana und dem Kelch nicht zu tun haben, entschließt sich aber dann doch ihr zu helfen, selbst als sie sich im Streit von ihm abwendet. Anfangs mysteriös und nicht unbedingt vertrauenserweckend zeigt er im Verlaufe der Handlung doch, dass 'der Jäger' durchaus ein Herz hat und für seine Herzensdame sogar sein Leben geben würde.
Neben den beiden großartigen Hauptfiguren wirken die Nebencharaktere, insbesondere Kenrick und le Nantres, der Gegenspieler von Ariana und Braedon, sehr platt. Obwohl Kenrick später zu den beiden stößt, konnte ich keine Beziehung zu ihm aufbauen. Das ist sehr schade.

So, ich könnte jetzt noch viel mehr erzählen, von Gestaltwandlern, der Magie des Kelches und dem gelungenen Ende des Romans. Aber ich will ja nicht alles vorweg nehmen. 
Insgesamt ist "Der Kelch von Anavrin - Das Herz des Jägers" ein durchaus gelungener, unterhaltsamer Roman, der sich zwar durch die Idee, aber nicht unbedingt durch die Umsetzung von der breiten Masse abhebt. Wer magische Abenteuer mag und mal etwas anderes als Vampirromane lesen möchte, ist auf jeden Fall sehr gut damit beraten. Ein lesenswertes Abenteuerr, dass hoffentlich genauso gut weiter geht, wie es begonnen hat.

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