Samstag, 8. Oktober 2011

"Affinity Bridge" von George Mann

Autor: George Mann
Originaltitel: The Affinity Bridge
Verlag: Piper
Preis: 16,99€
ISBN: 978-3-492-70238-6
Seiten: 446

Wir schreiben das Jahr 1901. Königin Victoria, halb Mensch und halb Maschine, regiert über eine Welt voller Luftschiffe, dampfbetriebener Gefährte und allerlei obskuren Gestalten und Erfindungen. Wiedergänger verbreiten die Londoner Bevölkerung in Angst und Schrecken und ein Serienmörder treibt sein Unwesen. Diesen zu fassen ist Sir Maurice Newburys Aufgabe. Doch Newebury, Ermittler der Krone, wird von dem Fall abgezogen, um den mysteriösen Absturz des Luftschiffes Lady Armitage aufzuklären. Gemeinsam mit seiner schlagfertigen Assistentin Veronica Hobbes stellt er sich der gefährlichen Aufgabe, seltsame Verstrickungen und erschreckende Wahrheiten ans Licht bringt.

Mit "Affinity Bridge" habe ich mich nun nochmals an das Genre Steampunk getraut. Nachdem mir "Steamed" von Katie MacAlister nicht so sehr zugesagt hat, gefällt mir "Affinity Bridge" richtig gut.
Mann hat mich während des Lesens immer wieder überraschen können. Vielleicht  nicht unbedingt mit dem Schuldigen des Unglücks, aber dafür umso mehr mit den Hintergründen. Stück für Stück baut er die Geschichte auf und Stück für Stück erhalten Newbury und Veronica neue Erkenntnisse über den Fall. Beeindruckend ist auch die Welt, in der die Geschichte spielt. Mann beschränkt sich bei seinen Vorstellungen nicht nur auf Luftschiffe und dampfbetriebene Fahrzeuge, sondern denkt auch über medizinische Möglichkeiten und Entwicklungen in der Kriminaltechnik nach. Die Krankheit, die während der Ermittlungen Newburys in London herrscht und die betroffenen zu menschenfressenden Monstern macht, bevor sie sie tötet, gibt dem Roman eine Prise Horror zum gruseln. Zum Schluss kommt alles zusammen und deckt eine erschreckende, neue Erfindung auf.


Auch die Charaktere überzeugen. Mit ihren Stärken und Schwächen ergänzen sie sich wunderbar und bleiben menschlich. Nachdem ich den Klappentext gelesen hatte, hatte ich die Befürchtung, Veronica sei wieder eine dieser "vermännlichten" Frauenfiguren. Zum Glück ist sie das aber nicht, den obwohl sie als Ermittlerin tätig ist, sich dreckig macht und auch mal eine Tür eintritt, bleibt sie dennoch weiblich und passt in das vorherrschende Frauenbild.
Zusammen mit Newbury, dem großartigen Ermittler mit privaten Problemen, hat Mann starke, liebenswerte Figuren geschaffen.


Insgesamt hatte ich während des Lesens das Gefühl, im beginnenden 20. Jahrhundert gelandet zu sein, was nicht zuletzt an der Sprache liegt. Immer wieder tauchten etwas altertümliche, angestaubte Ausdrücke auf, die dem Ganzen nochmal einen besonderen Charme verleihen.


Perfekt abgerundet wird der Roman durch seine großartige Aufmachung. Das hochglanz Cover mit dem Luftschiff, welches über London fliegt, und die Zahnräder an der Seite machen schon einiges her. Sogar der "Piper"-Schriftzug ist mit eingearbeitet worden. Wenn man das Buch aufschlägt, lässt sich der Buchrücken aufklappen und ein riesiges Luftschiff kommt zum vorschein. Auch der Anfang jedes Kapitels ist damit verziert.

Abschließend bleibt mir nur eins zu sagen: Lest dieses Buch! Es lohnt sich wirklich. Ich bin schon sehr gespannt auf die Fortsetzung.


Die Reihe im Überblick: Newbury and Hobbes
1. "The Affinity Bridge" 
2. "The Osiris Ritual"
3. "The Immortality Engine"

Wann es auf deutsch weiter geht, weiß ich leider nicht, werde es aber im Auge behalten.
Für alle begeisterten Fans gibt es aber auf derSeite des Autors kostenfreie Kurzgeschichten zu dem Ermittler-Team zu lesen, ebenso wie eine Timeline der Geschichten (leider habe ich grade festgestellt, dass die Timeline einige Spoiler enthält).

Seite des Autors:
http://georgemann.wordpress.com

Vielen Dank an Piper für das Rezensionsexemplar!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen