Dienstag, 6. September 2011

"Gottesfluch" (orig.: "The Moses Stone") von James Becker

Nachdem es in der letzten Woche ziemlich ruhig hier war, melde ich mich mal wieder zu Wort. Da ich grade mitten im Unzug stecke (der sich allerdings über den ganzen Monat erstreckt...), ist leider einiges liegen geblieben, was ich gerne gepostet hätte. Zunächst einmal kommt hier aber die schon seit einigen Tagen ausstehende Rezension zu "Gottesfluch". Bevor ich jedoch zum Buch selbst komme, gibt es einige Informationen zum Autor.

Der Autor:
James Becker, ein Pseudonym des Autors James Barrington, der im echten Leben Peter Stuart Smith heißt, stand viele Jahre im Dienste Elizabeth II. Über 20 Jahre war er Hubschrauberpilot für die Royal Navy und war unter anderem im Falklandkrieg im Einsatz. Viele Schauplätze seiner Romane, z.B. den Jemen, Nordirland oder Russland, hat er in seinem Beruf selbst besucht. Sein privates Interesse gilt dem Mittelalter und der Antike, die auch immer wieder in seine Romane mit einfließen.
Mehr kannst du hier erfahren.

Über den Roman:

Autor: James Becker
Originaltitel: "The Moses Stone"
Verlag: Blanvalet
Preis: 8,99€
ISBN: 978-3-442-37609-4













In Marokko ersteht ein englisches Ehepaar eine Tafel mit uralten Schriftzeichen. Tags darauf sind die beiden tot, die Tafel ist verschwunden. Detective Chris Bronson wird aus England hinzugezogen. Der erste Anschein eines tragischen Unfalls verflüchtigt sich schlagartig, als auf Chris ein Anschlag verübt wird. Er weiß: Der Schlüssel zu dem Fall liegt in der verschwundenen Schrifttafel. Und um die zu finden, braucht er ausgerechnet die Hilfe seiner Exfrau, der Archäologin Angela Lewis.

Und so beginnt eine Hetzjagd durch Marokko, England und Israel, um die Tafeln Moses und die Silberne Schriftrolle, ein bedeutendes Artefakt, das eine Wegbeschreibung zu den Schätzen des zerstörten Tempel Salomos enthält, zu finden.

Trotz des Mordes am Anfang kommt die Handlung nur langsam in Fahrt und wird erst spannend, als Bronson beschließt, dass es sich tatsächlich um Mord und nicht um einen tragischen Unfall handelt und er die Spur der Tonscherbe zu verfolgen beginnt. Dem Leser wird schnell klar, dass dies ein gefährliches Unterfangen wird, denn neben Angela und Chris sind ein marokkanischer Kunstsammler und kaltblütiger Gangster, ein englischer Kunstsammler und seine Handlanger sowie der isralische Geheimdienst Mossad hinter den Artefakten her.
Die Handlung ist sehr gradlinig und enthält für den Leser keine großen Überraschungen bereit, da man aufgrund der verschiedenen Erzählperspektiven immer schon weiß, was die anderen Gruppen planen. Spannung entseht allein dadurch, dass bis zuletzt unklar bleibt, was Bronson tun wird und wie er sich, die ganze Zeit unbewaffnet, gegen die Angriffe und Hinterhalte seiner Gegenspieler zur Wehr setzten wird.
Sehr gut gefallen haben mir die geschitlichen Hintergründe, die verständlich und häppchenweise vermittelt wurden und so der Jagd um die altertümlichen Schätze einen fundierten Hintergrund geben. Natürlich konnte ich mir nicht alles merken, aber interessant war es auf jeden Fall.
Bei den Charakteren legt Becker sein Augenmerk eher auf die Beziehung zwischen Angela und Bronson, als auf ihre persönliche Entwicklung. Als Polizist kennt Bronson die Gefahr und auch Angela ist nach ihrem ersten Abenteuer in "Unheilig" abgebrühter geworden.

Sprachlich ist "Gottesfluch", genau wie sein Vorgänger, einfach gestaltet und lässt sich leicht lesen. Dabei wirken die kurzen Sätze nicht abgehackt, sondern passen sich dem Tempo der Handlung an und erzeugen Spannung.

Lediglich die Namensgebung der deutschen Übersetzung gefällt mir - genauso wie bei seinem Vorgänger - nicht. Der Inhalt des Buches hat nämlich nicht im entferntesten etwas mit einem "Gottesfluch" zu tun. Der englische Titel "The Moses Stone" ist da viel treffender.

Insgesamt vergebe ich 3,5 Punkte für diesen Thriller. Zwar ist die Grundidee nichts neues, aber die Umsetzung ist gut gelungen. Im Gegensatz zu Dan Browns Thriller, die ähnlich aufgebaut sind und ähnliche Thematiken beinhalten, bleibt James Becker erfrischend dezent, was seine Verfolgungsjagden und Schießereien angeht und er erschüttert in seinen Romanen nicht die Grundfesten der Kirche. Diese Reihe werde ich auf jeden Fall weiterverfolgen.

Die Reihe im Überblick:
  • 2008 The First Apostle (Unheilig)
  • 2009 The Moses Stone (Gottesfluch)
  • 2010 The Messiah Secret
  • 2011 Nosferatu Scroll
Auf den letzten Band bin ich übrigens besonders gespannt, weil er Vampire (vllt. Dracula?) verspricht.

An dieser Stelle bedanke ich mich nocheinmal ganz herzlich beim Blanvalet Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars!

1 Kommentar:

  1. Verpatzte Titelübersetzung wie diese ist leider kein Einzelfall. Ich ärgere mich auch immer, wenn mir so etwas auffällt. Aber tolle Rezension.

    LG Rekymanto

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