Sonntag, 11. September 2011

Die ewige Frage nach dem Lieblingsbuch

Beliebte Themen beim Kennenlernen, oder auch im Freundeskreis und der Familie, sind die "Lieblinge": Lieblingsfarbe, Lieblingstier, Lieblingsessen, Lieblings... Von mir am meisten gefürchtet ist jedoch die Frage nach dem Lieblingsbuch. Diese Aussage von einer passionierten Leserin und Buchbloggerin mag erstmal paradox klingen. Jemand, der sich so intensiv mit Büchern beschäftigt sollte doch wissen, welches ihm bisher am besten gefallen hat, oder? So einfach ist das aber nicht. Denn: was sind die Kriterien? Was macht ein Lieblingsbuch aus? Ist es eine fesselnde Story, eine malerische Art des Erzählens oder sind es doch die Figuren? Muss es etwas "literarisch wertvolles" sein, wie Klassiker von Goethe und Schiller oder Romane der Nobelpreisträger wie Murakami und Grass oder darf es auch "leichtere Kost" sein? Ein Thriller von MacFadyen, ein Liebesroman von Kinsella oder etwas fantastisches, wie Rowling oder Kai Meyer?
Und vor allem: wie soll ich bei hunderten von gelesenen Büchern "das Eine" benennen? Bisher habe ich darauf noch keine Antwort gefunden und habe deshalb kein "Lieblingsbuch".

Trotzdem, oder vielleicht grade deshalb, beschäftigt mich diese Frage immer wieder. Irgendwann habe ich angefangen, folgendes zu antworten: 'Aus welchen Genre denn?' Das klingt zunächst so, als wäre es dann ganz einfach, nur ein Buch zu nennen. Aus vielen Sparten, wie zum Beispiel den historischen Romanen oder den Klassikern, habe ich bisher nicht viel gelesen. Da fällt die Antwort oft recht leicht. Aber wie sieht es mit den beliebteren Genres aus? Bei Thriller und Fantasy ist Denksport angesagt, denn es stellen sich, unter anderem,  folgende Fragen: Die Jagd auf einen Massenmörder oder doch lieber die Suche nach einem verschollenen Artefakt? Hexen, Drachen, Vampire oder Gestaltwandler? Was ist besser?
An dieser Stelle fängt die Antwort an, in einen Vortrag auszuarten und die Vorzüge und Nachteile einzelner Romane auszudiskutieren. Und: von sprachlicher Finesse war bisher noch nicht die Rede. Denn selbst wenn der Plot super ist, die Sprache kann einiges zu nichte machen und ist selbstverständlich ausschlaggebend für die Gefühle der Handlung und den Figuren gegenüber, auch wenn es oft unbewusst ist.
Die Frage nach dem Genre hilft also auch nicht immer weiter.

Da bleibt mir wohl nur eines: einige gute Bücher nennen, die mir spontan einfallen und möglichst aus verschiedenen Bereichen kommen und klarstellen, dass es sich um ein momentanes Empfinden handelt, denn: an einem anderen Tag, an dem anderes wichtig ist, kommen mir wahrscheinlich komplett andere Buchtitel in den Sinn. So habe ich die Frage nach "dem einen Buch" zwar immer noch nicht geklärt, aber immerhin muss ich nicht mit 'Ich habe keins' antworten, denn das wäre mir ziemlich peinlich...

Wie sieht es bei euch aus? Könnt ihr ein Buch euer Lieblingsbuch nennen oder ergeht es euch ähnlich wie mir? Und: was sind eure Kriterien?

Kommentare:

  1. Doch, mir geht es ähnlich. Zwar kann ich schon was benennen. Denn ganz klar ist für mich "Harry Potter" das Beste von allem für mich.
    Aber genau, wie kann ich Harry Potter mit z.B. "Du oder das ganze Leben" oder "Forbidden" oder auch "Tote Mädchen lügen nicht" vergleichen?
    Genau genommen kann man es ja ncihtmal mit "Titenherz", "Bis(s)" oder "City of Bones" vergleichen - da auch das eigentlich vollkommen andere Geschichten sind. In dem einen ist es eine vollkommen andere Welt mit Zungen, die diese zur eigenen verwandeln können, in einer anderen 'vegetarische' Vampire und Sterbliche und Werwölfe, in einer anderen vorrangig Dämonen und deren Bekämpfer, so wie sonst so ziemlich jedes Fabelwesen und in der anderen geht es um Zauberer und Hexen, die gegen den Bösesten vonallen kämofen müssen. Vollkommen andere Plots (wenn vorhaneden.. *Blich Richtung 'glitzernder Typ'* ;D Naja, so schlimm ist es auch nicht^^)
    Du hast scon recht. Ich habe auch sehr, sehr viele Lieblingsbücher.
    Außerdem genauso wie du: Richtung Krimi z.B. hab ich kaum was gelesen und könnte da mit ziemlicher Sicherheit sahgen, dass "Kim Novak badete nie im See von Genezareth" mir da bis jetzt am besten gefallen hat.
    Ich sdage auch gerne Lieblingsautoren - wie z.B. Morton Rhue/Tod Strasser. Er hat ein Genre, in dem er schreibst, ich fand bis jetzt alle von mir gelesen seiner Bücher gut und sie zählen (in diesem Genre) auch zu den Lieblingen. Aber es gibt auch noch viele andere - da kann ich wieder kein Liebling benennen.

    Harry Potter ist im Bereich fantasy auch nur der Liebling, weil es wirkliuch ein Meisterwerk ist. Die Charaktere haben mir am besten gefallen - und die sind mir meistens das aller wichtigste.
    Doch auch City of Bones oder Tintenherz oder Vampire Academy oder oder oder gehören dazu. Wenn ich so darüber nachdenke, fallen mir immer mehr ein - welche, die ich nicht Zuhause habe oder vor JAHREN mal gelesen habe..
    Mir geht es aber genauso bei Musik. Ich höre ALLES. Und dann eins zu sagen, dass am besten ist - wie soll das gehen?
    Das geht dann meist von meiner Stimmung aus ;) Oder wenn ich eins ganz neu entdeckt habe, das ich dann rauf und runter höre - ähnlich wie bei Büchern :D

    GlG

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  2. Ich konnte mich auch lange auf kein Lieblingsbuch festlegen - bis zu dem Tag an dem ich "Die Stadt der Träumenden Bücher" von Walter Moers gelesen habe. Ich kann mir nicht wirklich erklären, was an diesem Buch mich derartig fasziniert hat, aber es war anders als bei jedem Buch zuvor. Wenn man im Bezug auf Bücher davon sprechen kann, dann würde ich es "Liebe auf den ersten Blick" nennen.

    Ich glaube jeder Mensch hat ganz persönliche Vorlieben, was Literatur betrifft. Diese Vorlieben differenzieren sich immer mehr, je mehr Bücher man gelesen hat - man lehrnt neue Schreibstile, Ideen und Plots kennen und kann immer genauer sagen, was einem an einem Buch gefällt. Je genauer aber die (unterbewussten) Vorstellungen von einem "perfekten Buch" sind, desto schwerer fällt es, eines zu finden, welches in dieses Schema passt. Wahrscheinlich bin ich eine Außnahme, wenn ich das Buch, was perfekt auf meine Vorlieben passt, schon gefunden habe.

    Weil Booksaremylife schon angesprochen hat; mit Musik ging es mir ähnlich. Ich höre auch alle mögliche Musik durcheinander, von Pop (Wir sind Helden) über Klassik (Mondscheinsonate) bis Rap (Eminem). Aber auch hier habe ich einen einzelnen Song gefunden, der mir besser gefällt als alles andere: This is the Life von Amy Macdonald. Ich erinnere mich noch daran, wie ich dieses Lied zum ersten Mal im Radio gehört habe; ich war wie hypnotisiert. Als ich endlich herausgefunden hatte, welches Lied ich da gehört hatte, habe ich tagelang nichts anderes gehört und es hat trotzdem nicht viel seiner Wirkung auf mich verloren.

    Ich wünsche einfach jedem Glück auf der Suche nach "seinem Buch" und - wer weiß - vielleicht finde ich ja auch ein Buch was mir noch besser gefällt.

    LG Rekymanto

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  3. Kuckucks Caro,

    es ist ja schon fast beruhigend zu lesen, dass es dir (und auch anderen Kommentatoren) ähnlich geht :o)

    Ich stand gestern vor ein und derselben Frage. Meistens mache ich es so, dass ich spontan antworte, aber spätestens wenn die Fragerunde weitergeht, zu einem anderen Thema wechselt oder zu einem anderen 'Antworter', habe ich das Gefühl, ich bin der Hälfte meiner gern gelesenen Bücher nicht gerecht geworden.

    Es gibt so viele Aspekte, die in gutes Buch ausmachen. Bei manchen überzeugt mich der Schreibstil im Besonderen (Markus Zusak, Isabel Abedi, Jenny-Mai Nuyen, Kai Meyer). Gerade Markus Zusak schreibt eigentlich so gar nicht die Geschichten, die ich zurzeit vorrangig lese (Fantasy und Thriller), aber die Art wie er schreibt macht "Die Bücherdiebin" zu einem meiner Lieblingsbücher.

    Andere stricken einen Masterplot, bei dem ich als Möchtergern-Autorin schier vor Neid 'verzweifel'. Harry Potter zum Beispiel. Wie Rowling die Teile und die Geschichte miteinander verknüpft, wie alles ineinander übergeht - ich find's einfach toll.
    Da fallen Dinge, wie schon dagewesene Wesen oder auch nicht vorhandene Großeltern, mit einer Ausnahme (Neville), einfach nicht mehr ins Gewicht. Sie werden unwichtig.

    Dann gibt es Bücher, die zeugen von einer Lyrik im Schreibstil und einer Geschichte, bei der man selbst nach über 800 Seiten den zweiten und dritten Teil kaum abwarten kann - "Der Name des Windes".

    Oder kleine Schätze, die man eher aus Zufall entdeckt und dann um so froher ist, dass man sie gelesen hat: "Sayuri" von Carina Bargmann.

    Dann sind da noch die Bücher, die derart fesselnder Charaktere haben und eine Echtheit im Schreibstil, dass man gar nicht weiß, wie man so ein Buch zur Seite lesen soll, so erging es mir mit den Büchern von Cody McFadyen.

    Und trotz meiner relativ ausführlichen Antwort habe ich wieder das Gefühl, dass ich einigen Büchern in meinem Regal nicht gerecht werde ;o)

    Das "Eine", das perfekte Buch, habe ich noch nicht gefunden. Ich suche aber auch nicht danach, dafür begeistern mich so viele andere tolle, gute, wirklich gute, schöne, spannende, fesselnde, gut geschriebene, fantastische, wunderbare und wundervolle Bücher.

    Um ebenso die Musik aufzugreifen:
    Manchmal ist es mit Büchern und Geschichten wie mit der Musik. Man kann es nicht erklären. Es trifft einen - mitten ins Herz.

    Liebe Grüße,
    Kristin

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  4. Ich sehe schon, ich bin nicht die einzige mit diesem Problem. Das ist echt beruhigend =)

    @ Booksaremylife: Es ist wirklich schwierig, sich zu entscheiden =D Harry Potter find ich auch großartig. Ein allzeit-Favorit.

    @ Rekymanto: Da hast du ja wirklich Glück gehabt, dass du deins schon gefunden hast. Deine Rezi zu "Stadt der Träumenden Bücher" hat mich übrigens wieder zum Thema Lieblingsbuch zurückgeführt =D (und zu diesem Post...)

    Bei Musik geht es mir genaus wie dir und Booksaremylife. Deshalb höre ich meistens Radio, damit mir die Entscheidung abgenommen wird, wenn ich nicht weiß, was ich hören soll.

    @ Kristin: Das Gefühl, den anderen Büchern nicht gerecht zu werden kenne ich. Das ist ziemlich blöd. Vielleicht stolpern wir ja irgendwann, wenn wir gar nicht samit rechnen, mal über "das Eine" Buch =)

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