Donnerstag, 18. August 2011

Rezension zu "Die Hütte" (orig.: "The Shack") von William Paul Young

Wer wäre nicht skeptisch, wenn jemand behauptet, er hätte ein ganzes Wochenende mit Gott verbracht, noch dazu in einer Hütte? - William P. Young, Die Hütte

Schon viele Jahre gibt sich Mack dem Schmerz und der Trauer hin, die er über den Tod seiner jüngsten Tochter Missy verspürt, die während eines Campingausflugs entführt wurde. Eines verschneiten Tages erhält er eine Einladung in die Hütte, in der alles geschah, ihr Absender ist Gott. Mack, der zunächst nicht weiß, ob er die Einladung ernst nehmen soll oder ob es sich dabei um einen schlechten Scherz handelt, lässt sich auf das Abenteuer ein, dass sein Leben verändern wird.

Zunächst einmal muss ich sagen, dass ich diesem Buch, welches mit "Ein Wochenende mit Gott" unterschrieben ist, sehr skeptisch gegenüber getreten bin. Schon vor einigen Jahren bat meine Großmutter mir an, es zu lesen, jedoch habe ich dankend abgelehnt. Nachdem mir dieses Buch aber von mehreren Seiten immer wieder ans Herz gelegt wurde, habe ich es dann doch zur Hand genommen und wurde positiv überrascht, denn es war ganz und gar nicht das, was ich erwartet habe: der erhobene Zeigefinger, der einem seine Fehler vor Augen führt.

Das Kernthema des Buches ist Gottes Liebe zu den Menschen, insbesondere im Bezug auf die schrecklichen Dinge, die in der Welt geschehen. Durch Youngs sehr bildhafte Sprache und den lockeren, natürlichen Erzählstil wirken diese Themen, auf die er mögliche Antworten gibt weder zwanghaft noch aufdringlich, ganz im Gegenteil. Die Geschichte lässt sich flüssig lesen und erhält eine gewisse Grundspannung aufrecht, die es schwer macht, das Buch aus den Händen zu legen.

Mack, der Hauptcharakter, wirkte ebenfalls sehr natürlich und wie aus dem Leben gegriffen. Er ist ein gezeichneter Mann mit einer schweren Kindheit, der darüber hinaus auch noch einen schlimmen Schicksalsschlag, den Tod seiner Tochter, verkraften musste. Seine Zweifel und seine Skepsis sind greifbar auf den Seiten festgehalten und als Leser habe ich die ganze Zeit mitgefiebert, ob er sie hinter sich lassen kann. Im Laufe des geschilderten Wochenendes macht er einen Wandel durch und wird dadurch zu einem anderen Menschen, bleibt dabei aber glaubwürdig.
Dann ist da noch Gott, der als Jesus, Gott und der Heilige Geist ein drei Personen dargestellt wird. Vor dem Lesen war ich unsicher, ob es Young gelungen ist, Gott würdig in Worte zu fassen, aber auch hier wurden meine Erwartungen wieder übertroffen. Gott als dunkelhäutige, etwas beleibtere Frau mag zunächst seltsam erscheinen, aber es passt. "Papa", wie sie in der Geschichte genannt wird, ist mütterlich, gemütlich, aber trotzdem voller Energie und Leben, die viel Vertändnis und Geduld mit Mack und seinen Problemen hat.
Sarayu, der Heilige Geist, ist eine Asiatin, die nicht ganz erfassbar und immer etwas verschwommen scheint. Jesus, der Schreiner, ist einfach Jesus, der menschlichste der drei. Gemeinsam sorgen sie sich um Mack, gewinnen sein Vertrauen und nehmen ihm viel von dem Schmerz, dem Hass und der Trauer, die auf ihm lastet und machen einen anderen Menschen aus ihm.


Nach dem ganzen Lob habe ich jetzt aber auch noch einen Punkt, der mir nicht gefallen hat: das Ende. Mit den Umständen konnte ich mich unzwischen anfreunden, da es eine der wenigen logischen Möglichkeiten ist, Macks Situation aufzulösen, aber es ist sehr kurz. Ich hätte gerne ein paar Sätze mehr dazu gelesen, welche Bahnen Macks neues Leben an nimmt.

Insgesamt ist "Die Hütte" ein sehr schönes Buch über Glaube, Liebe und der Frage nach Gott. Trotz seiner Tiefe und der ernsten Themen ist das Buch locker geschrieben und drängt sich dem Leser nicht auf, regt aber trotzdem zum Nachdenken an. Deshalb vergebe ich vier Donuts!


Hier ist also die erste von den zwei versprochenen Rezensionen. Die zweite folgt dann später heute Abend oder morgen. Beendet habe ich "Der verborgene Garten" aber schon.

Eure Caro

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