Donnerstag, 7. Juli 2011

Rezension zu "Secrets of the Tudor Court" von D.L. Bogdan

"We hold each other a long while. I find myself enveloped in death's mantle; I cannot shrug it off. When I leave him, my anger faded to a numbness some may call peace, I know I will not see my lord Norfolk again. It does not matter so much. Wherever he goes I will soon follow. So it has always been with Norfolk and me."

Autor: D.L. Bogdan
Originaltitel: -
Verlag: Kensington Books
Preis: $15 (10,99 € bei amazon.de)
ISBN: 978-0-7582-4199-3














When young Mary Howard receives the news that she will be leaving her home for the grand court of King Henry VIII, to attend his mistress Anne Boleyn, she is ecstatic. Everything Anne touches seems to turn to gold, and Mary is certain Anne will one day become Queen. But Mary has also seen the King's fickle nature and how easily he discards those who were once close to him...

Discovering that she is a pawn in a carefully orchestrated plot devised by her father, the duke of Norfolk, Mary dare not disobey him. Yet despite all of her efforts to please him, she too falls prey to his cold wrath. Not until she becomes betrothed to Harry Fitzroy, the Duke of Richmond and son to King Henry VIII, does Mary finds the love and approval she's been seeking. But just when Mary believes she is finally free of her father, the tides turn. Now Mary must learn to play her part well in a dangerous chess game that could change her life - and the course of history. 

Ach ja, ein ganz großartiges Buch, bei dem ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll. Es ist eine Schande, dass es so lange ungelesen in meinem Regal verstaubt ist. Andererseits musste ich jetzt nicht auf den zweiten Band warten. Aber nun zum eigentlichen:
Den groben Verlauf der Handlung kannte ich ja bereits, bevor ich das Buch überhaupt angefangen hatte. Jedoch wurde es dadurch keineswegs langweilig für mich. Es gab immer wieder interessante Wendungen im Leben von Mary Howard, der Protagonistin, die ihr gesamtes Leben lang nicht von ihrem Vater loskommt. Dieser bestimmt einen großteil ihres Lebens und trifft Entscheidungen, die sie nicht immer glücklich machen (Anmerkung am Rande: da sie nicht verheiratet ist, ist sie rechtlich gesehen sein Eigentum). Besonders gefallen hat mir, dass sich die Autorin größtenteils an die korrekten Daten und Abfolgen der Ereignisse gehalten hat. Lediglich Marys Tod hat sie zwei Jahre vorverlegt.
Durch den Ich-Erzähler, der in diesem Roman übrigens ganz großartig ist, werden die Ereignisse und die anderen Charaktere sehr objektiv dargestellt, insbesondere in Marys jungen Jahren ist auf ihr Urteil nicht immer Verlass. Ihre Blauäugigkeit und ihre Naivität verliert sie im Laufe der Geschichte, jedoch bleibt sie bis zum Ende eine gutgläubige Persönlichkeit, die den Glaube an die Liebe nicht aufgegeben hat, obwohl die Vergangenheit ihr besseres gelehrt haben könnte. Das macht sie zu einer sehr sympathischen Heldin, in einer Zeit, in der Frauen nichts wert waren. Jedoch ist es keineswegs so, dass sie, wie in vielen anderen historischen Romanen der Fall, eine starke, unabhängige Frau ist, die für ihre Rechte - und vorallem ihre Freiheit - kämpft. Sie lebt ihr Leben im Schatten ihres Vaters, der ihr Aufbegehren auf brutale Art und Weise unterbindet. Trotzdem hört sie nicht auf, ihn zu lieben. Das war das, was mich am meisten an ihr fasziniert hat. Wie grausam Norfolk (ich nenne ihn einfach mal so, um keine Verwirrung zu stiften) auch gewesen sein mag und wie sehr sie ihn dafür verabscheut, letztendlich kommt sie doch immer wieder zu ihm zurück und kämpft zum Schluss sogar für ihn, auch wenn das nicht von Erfolg gekrönt ist. Von Anfang an hat sich Mary in mein Herz geschlichen und durch ihre intelligente, einfühlsame Art ist sie mir immer sympathischer geworden. Und Norfolk? Über ihn möchte ich erst urteilen, wenn ich den zweiten Teil der Reihe gelesen habe, in dem es um sein Leben geht. Eines kann ich aber sagen: es war einfach wunderschön, als die beiden Frieden miteinander schließen und gewiss sein können, dass sie geliebt werden. Definitiv meine Lieblingsszene, die mich beinahe zu Tränen gerührt hat.
Neben den beiden Hauptpersonen sind mir immer wieder alte Bekannte begegnet: Heinrich VIII, Anne Boleyn, Maria und Elizabeth, Jane Seymour und noch ganz viele andere Charaktere, die ganz wunderbar gezeichnet wurden. Am Anfang musste ich oft schmunzeln, als die Charaktere vorgestellt und beschrieben wurden, denn im Gegensatz zur Fernsehserie "Die Tudors" sind in diesem Roman nicht mehr alle Figuren in der Blüte ihrer Jugend.
Einen großen Teil zur Großartigkeit des Buches hat die Sprache der Autorin beigetragen. Sie hat eine sehr angenehme Art zu erzählen, insbesondere die Gefühle sind sehr gut eingefangen. Außerdem ist das Buch vom ersten Satz an spannend sodass es mich direkt zu anfang schon gefesselt hat, was nicht viele Bücher schaffen.
Bogdan hat mit "Secrets of the Tudor Court" einen ganz großartigen Roman geschaffen, der das Leben zu Hofe zur Zeit Heinrich VIII sehr gut beschreibt und nichts beschönigt. Tolle Figuren und eine wundervolle Sprache lassen einen in die Geschichte eintauchen, von der ich mir wünschte, dass sie nicht zuende geht.
Ein ganz besonderes Vergnügen war es mir, wikipedia und andere Internetseiten zu Rate zu ziehen. Ich liebe es einfach, während des Lesens Dinge nachzuschlagen und bei diesem Roman ging das besonders gut. (Hab ich bei der Fernsehserie schon immer gemacht...) So habe ich immer wieder einzelne Personen nachgeschlagen und etwas über sie gelesen.
Deshalb gibt es auch fünf Donuts!


Den zweiten Band habe ich schon bestellt und freue mich riesig drauf, aber bis zum Wochenende wird er wahrscheinlich nicht mehr ankommen.
Außerdem möchte ich noch anmerken, dass heute irgendwie der Wurm drin ist. Anscheinend hat mein Hirn noch nicht wieder auf Deutsch umgestellt. Wundert euch also nicht über komische Formulierungen.

Eure Caro

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