Sonntag, 24. Juli 2011

Rezension zu "Rivals in the Tudor Court" von D.L. Bogdan

  "Gratia dei, sum quod sum! - Durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin."


Autor: D.L. Bogdan
Originaltitel: -
Verlag: Kensington Books
Preis: $15 (10,99 € bei amazon.de)
ISBN: 978-0-7582-4200-6

The death toll in Henry VIII's England can be counted in the thousands. No one was more aware of this than Thomas Howard, third duke of Norfolk. Relying on his indomitable force of will, cleverness, and sheer good fortune, Thomas Howard manages to be one of the king's only intimates to survive an unforgettable reign of terror. This impeccably researched companion piece to "Secrets of the Tudor Court" chronicles the ambitious duke's life, loves, and remarkable capacity to endure. Before he was the king's uncle, before he was his nieces' ultimate betrayer, Thomas Howard was a hostage at the court of Henry VII while his father was imprisoned in the dreaded Tower of London. There he would marry the queen's sister, his forever princess Anne Plantagenet. While he founded a dynasty, his career as soldier and sailor brought him acclaim and the trust of the Tudors. But when unspeakable tragedy robs him of family and fortune, Thomas must begin again. Abandoning notions of love, Thomas seeks out an advantageous match with the fiery Elizabeth Stafford, daughter of the duke of Buckingham. Clever, willful, and uncompromising in principle, the young duchess falls victim to a love she cannot deny. When Thomas takes on a mistress, the vulnerable Bess Holland, Duchess Elizabeth prepares to fight for all she holds dear. Only then does she learn she faces a force darker than anything she could ever have imagined, an obsessive love that neither she nor Bess can rival.
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Der äußere Rahmen der Geschichte hält sich relativ genau an die geschichtlichen Ereignisse zur Zeit Heinrich VIII, wie es auch schon in seinem Vorgänger der Fall war. Im Privatleben der Figuren tauchen jedoch immer wieder Kleinigkeiten auf, die im vorigen Buch nicht genannt wurden, weil Mary diese Dinge nicht wissen konnte. Alles in Allem war der grobe Verlauf der Geschichte aber schon bekannt und manchmal hat es sich etwas gezogen sodass ich das Buch irgendwann einfach wieder weg gelegt habe.

Die Charaktere haben mir aber wieder sehr gut gefallen. Nach "Secrets of the Tudor Court" brannte ich ja darauf, Norfolk besser kennenzulernen. Auf den ersten Blick wirkte er kalt und unbarmherzig, nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht. Zwischen den Zeilen war aber schon zu erkennen, dass er Schicksalsschläge erlitten hat und immer noch damit kämpft. Das bestätigt sich nun in "Rivals in the Tudor Court". Der Verlust seiner ersten Familie lässt ihn verbittern und er traut sich nicht mehr, Menschen an sich heran zu lassen, außer Bess Holland, seine Mätresse. Er pflegt kein liebevolles Vehältnis zu seineen Kindern, nur seiner Tochter Mary bringt er sowas wie Liebe entgegen und zwischen ihm und seiner Frau entsteht eine Hass-Liebe, die in Gewalt ausartet und beide unglücklich macht.

"For all that he was, for all that he is, for all that he can ever be, he is mine. I'm glad he is mine.  'Do you know why you were hardest to love?' he askes me then. I shake my head. 
'Because you were me,' he whispers.
'That's strange,' I tell him, touching his face in turn. 'Because that was the very reason I loves you.'" [Elizabeth Howard, 'Rivals in the Tudor Court', p.333]

Lediglich dem Thron ist er stets treu, um seine Macht zu erhalten - und zwar wortwörtlich dem Thron, denn wer drauf sitzt, ist im relativ egal. Dabei geht er wortwörtlich über Leichen, verurteilt sogar seine beiden Nichten, Königin Anne Boleyn und Königin Catherine Howard, zum Tode. Zwar verspürt er über all dies Schmerz und später, im Tower of London, bereut er sogar, aber er bleibt seinem Motto treu: Press on, mach weiter.

Als Elizabeth den 40-jährigen Duke of Norfolk heiratet, ist sie grade 15. Trotz ihres Alters ist sie nicht auf den Mund gefallen und gibt ihrem Mann Ratschläge und Wiederworte, die er aber nicht hören möchte. Deshalb streiten sie oft und die Situation eskaliert immer wieder. Sie ist stur, hält an ihren Prinzipien fest und entscheidet sich so, den steinigen Weg zu gehen. Auch ihre jugendliche Naivität verliert sie im Laufe der Geschichte und sie gibt die Hoffnung auf, ihren Mann glücklich machen zu können.

Bess ist ebenfalls 15, als Norfolk sie zu seiner Geliebten macht. Sie kommt aus einfachen Verhältnissen, kann nicht lesen und schreiben und lässt sich von den süßen Worten Norfolks einlullen. Nachdem die Euphorie über die Geschenke und die Zuneigung des Herzogs verflogen ist merkt sie, dass sie mit ihm nicht glücklich werden kann. Aber weg kann sie nicht, denn als Geliebte des Herzogs wird sie geringgeachtet. Wie alle anderen Charaktere auch macht sie eine Wandlung durch. Im Gegensatz zu Elizabeth fügt sie sich ihrem Schicksal aber  und wartet auf eine günstige Gelegenheit, denn sie hat aus den Fehlern ihrer Konkurrentin gelernt.

Die Charaktere sind alle ganz wunderbar gestaltet. Ihre Wandlung wird glaubwürdig und nachvollziebar dargestellt. Durch die drei Ich-Erzähler, Elizabeth, Bess und Norfolk, ist man ihnen als Leser ganz nahe.
Auch die Sprache hat mir wieder sehr gut gefallen, Bogdan schafft es mit ihren Worten, mich in eine andere Welt zu ziehen.

Insgesamt fand ich den Roman aber eher mittelmäßig. Er glänzt durch eine wundervolle Sprache und großartige Charaktere, die Handlung war aber größtenteils bekannt und insbesondere die politischen Aktivitäten Norfolks zogen sich oft und wirkten gefühllos und runtergeleiert. Bess' und Elizabeths Sichtweisen waren zwar ganz nett, aber nicht sehr spannend. Insgesamt hätte man Norfolks Geschichte auch gut mit in "Secrets of the Tudor Court" einbauen können. Zwar habe ich mich sehr auf dieses Buch gefreut und es war auch schön, noch ein bisschen länger am Hofe Heinrichs zu sein, aber es hat mich nicht umgehauen. Deshalb gibt es 3 1/2 Donuts. (Den halben aber auch nur, weil die Figuren so toll dargestellt sind...)


"Of course I have survived, I think to myself. I am Thomas Howard." 
[Rivals in the Tudor Court, p.327]

Eure Caro

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