Mittwoch, 13. Juli 2011

Buchverfilmung: Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Teil 2

Halb vier war es letzte Nacht, als ich glücklich, aber auch ein wenig wehmütig unter meiner Bettdecke verschwunden bin, denn es war Harry Potter Nacht bei uns im Kino. Das heißt: 7.1 und 7.2 hintereinander, 4 1/2 Stunden Harry Potter. Und nein, ich bin nicht eingeschlafen, was den Harry Potter Gegner in diesem Haus wohl mit Genugtuung und unqualifizierten Kommentaren zur Kentniss genommen hätten. Wie versprochen erzähle ich euch nun ein bisschen über den Film und werde auch was zum Inhalt sagen. Wer die Geschichte also noch nicht kennt oder wer sich im Kino von der Umsetzung überraschen lassen will: Achtung Spoiler!


Voldemort hat die Macht an sich gerissen und ein letzter Kampf steht bevor. Harry, Ron und Hermine versuchen alles, um die letzten Horkruxe zu finden und zu zerstören. Plötzlich ist unklar, ob es überhaupt möglich ist, dass Harry einen Sieg über Voldemort überleben kann.

Der zweite Teil der "Heiligtümer des Todes" beginnt in Shell Cottage, nachdem Harry und einige andere aus dem Anwesen der Malfoys entkommen sind. Sie planen den Überfall auf Gringots und versuchen herauszufinden, was Voldemort vor hat.
Eines der Dinge, die mich an dem Film am meisten beeindruckt hat, sind die großartigen Landschaften, in denen gedreht wurde. So ist auch Shell Cottage in einer wunderschönen Gegend gelegen, abgeschieden vom Rest der Welt. Mir ist aber gleich zu Anfang des Filmes wieder aufgefallen, wie sehr alles gekürzt werden muss. So kam dieses Gefühl des Bangen, Warten und Planen bei weitem nicht so gut rüber, wie im Buch. Die wichtigsten Aspekte sind jedoch aufgegriffen und gut umgesetzt geworden, insbesondere die Skepsis dem Kobold gegenüber überkam mich schnell. Gut fand ich hinterher die Szenen in Gringots. Es musste schmunzeln, als Hermine sich als Bellatrix ausgegeben hat und nicht auf den hohen Schuhen laufen konnte und zudem auch noch versucht hat, ihren Gesichtsausdruck nachzuahmen. Und dann wurde es das erste Mal richtig spannend: die Fahrt in die Verließe, das sich vermehrende Gold und der Flug auf dem Drachen waren richtig gut gemacht  und ich glaube, in 3D kommt es richtig gut (ja, ich habs nur in 2D gesehen =D).
So, ich will euch ja nicht den ganzen Film erzählen, deshalb mache ich jetzt mal einen kleinen Sprung zu der Szene, auf die ich am gespanntesten war: Snapes Tod. Leider, leider war auch hier nicht viel Zeit und es wirkte alles sehr hektisch. Aber mal von vorne: Zunächst einmal stirbt Snape ja in der heulenden Hütte, Harry, Ron und Hermine sitzen in dem Tunnel. Im Film geschieht dieses jedoch in einem Bootshaus, das relativ gut und stand ist. Die drei Freunde beobachten alles durch ein milchiges Glas. Als Nagini schließlich aus Snape losgeht, beißt sie mehrere Male zu und es sieht aus, als würde jemand mit dem Messer auf ihn einstechen. Das hat mir überhaupt nicht gefallen. Auch der Rest der Szene ist eher unruhig und alles wirkt gehetzt. Im Buch habe ich es immer als einen kurzen Augenblick der Ruhe empfunden.

"'Sieh ...  mich ... an ...', flüsterte er. Die grünen Augen begegneten den schwarzen, doch eine Sekunde später schien etwas in den Tiefen des dunklen Augenpaares zu verschwinden, und es war nur noch starr, ausdruckslos und leer. Die Hand, die Harry hielt, schlug dumpf zu Boden und Snape rührte sich nicht mehr." [Harry Potter und die Heiligtümer des Todes, S.666]

Der Kampf und die Szenen im Schloss insgesamt waren alle komplett anders, als ich sie mir vorgestellt habe, aber nichtsdestotrotz hat es mir gut gefallen. Das Chaos des Kampfes wurde gut eingefangen und die wichtigsten Szenen schön herausgearbeitet: Bellatrix' Tod, Naginis Tod, die Szene im Wald mit Nacissa Malfoy und das Feuer im Raum der Wünsche. Lediglich Freds Tod kam meiner Meinung nach zu kurz, man sah nur später, wie es zwischen den Toten in der großen Halle lag. Da hätte ich mir etwas mehr gewünscht.

Dann bleibt ja nur noch die Szene, auf die wahrscheinlich alle gewartet haben: Voldemorts Fall. Ich fand es recht unspektakulär, aber im Buch war es ja auch keine große Sache. Im Film wurde der Dialog, den Harry und Voldemort führe, sogut wie komplett weggelassen, dabei war das meiner Meinung nach fast noch wichtiger, als der Tod selbst.

"Harry hörte die hohe Stimme kreischen, als auch er in größter Hoffnung zum Himmel flehend schrie und mit Dracos Zauberstab zielte. 'Avada Kedavra!' - 'Expelliarmus!' [...] Harry sah Voldemorts grünen Strahl auf seinen eigenen zauber treffen, sah den Elderstab in die höhe fliegen, dunkel gegen den Sonnenaufgang [...]. Und Harry fing den Zauberstab mit der unfehlbaren Sicherheit des Suchers in seiner freien Hand auf, während Voldemort nach hinten fiel und die schlitzartigen Pupillen seiner roten Augen sich nach oben drehten. Tom Riddle schlug mit banaler Endgültigkeit auf den Boden auf, mit schwachem und zusammengeschrumpften Körper, und leeren weißen Händen. das schlangenartige Gesicht ausdruckslos und unwissend." [Harry Potter und die Heiligtümer des Todes, S.752]

Insgesamt fand ich Voldemorts Tod aber ganz gut in Szene gesetzt, es war auf jeden Fall ein würdiges Ende des Kampfes.

Zwei Dinge haben mir aber gefehlt (bezieht sich auf mit auf 7.1) zuersteinmal der wachsende Zweifel und die Skepsis gegenüber Dumbledore. Mir ist zwar klar, dass seine Lebensgeschichte den Umfang des Films gesprengt hätte, aber zumindest die Skepsis und auch Harrys Wut hätte besser herausgearbeitet werden können.
Und Teddy Lupin hat mit gefehlt. Er wurde nur einmal kurz zum Schluss erwähnt. Wie schon gesagt ist mir bewusst, dass die Zeit sehr begrenzt ist im Film, aber man hätte es bestimmt noch irgendwie einflechten können.

Alles in allem muss ich aber sagen, dass mir der Film sehr gut gefallen hat, auch wenn vieles anders war als im Buch. Die Verfilmung ist dem Roman auf jeden Fall würdig. Die wichtigsten Aspekte wurden herausgepickt und sehr schön in Szene gesetzt. Klar, vieles fehlte, aber der Film bietet eine schöne möglichkeit, für einige Stunden in eine andere Welt abzutauchen und Harrys Geschichte nocheinmal mit zu erleben.


So, das war nun mein erster Filmpost. Wie hat es euch gefallen? Hat euch was gefehlt oder gibt es etwas, was ihr lieber nicht drin haben möchtet? So viel aber schonmal vorher: Bei Büchern versuche ich, möglichst wenig vom Inhalt zu erzählen. Wenn ich aber den Film in Beziehung zum Buch setzten möchte, muss ich wohl oder übel einige Szenen beschreiben. Das werde ich in Zukunft auch weiterhin so machen. Deshalb auch die Warnung am Anfang. Jetzt bin ich aber mal gespannt auf eure Meinung. Hat eigentlich jemand von euch den Film schon gesehen?


Eure Caro

"Wir ham sie vermöbelt, Klein Potter, der war's,
Und Voldy, der modert und wor ham jetzt Spaß!"
[Harry Potter und die Heiligtümer des Todes, S.755]

Kommentare:

  1. Kuckuck Caro,

    eigentlich wollte ich mir jetzt ja den geposteten Trailer anschauen - das habe ich auch gemacht - und dann deine Rezension zum Film lesen - das habe ich dann nicht gemacht.

    Dabei dachte ich mir nach deiner Antwort, dass ich das Buch ja kenne, dass ich theoretisch auch die Rezi lesen kann, ich weiß ja was passiert.
    Ging aber irgendwie nicht.
    Deswegen ist mein Kommentar ja schon fast irgendwie sinnlos -.-
    Wobei ich mich schon auf deine Rezi freue, ebenso auf kommende - die ich dann auch vor dem Film lesen könnte. Auch die Idee mit der Gegenüberstellung finde ich toll - auch wenn ich zu der Umsetzung noch nichts sagen kann, weil ich zu feige bin, dass du mich spoilerst.
    Ich sag ja: sinnlos :)
    Also ich! Und mein Kommentar. Der jetzt auch ganz schnell mit lieben Grüßen aufhört.

    In dem Sinne: Liebe Grüße,
    Kristin

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  2. Ach du meine Güte.. Ich hab das auch geschaut! Und ich war so hin und weg. An Einschkafen konnte ich selbst Zuhause nichtmal denken.. Ich liebe Harry Potter! xD

    Hätte ich den Film noch nicht gesehen, fänd ich deinen Post echt klasse - obwohl, finde ich so auch *g* ;D

    GlG :)

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