Donnerstag, 16. Juni 2011

Rezension zu "Wenn ich bleibe" (orig.: "If I Stay") von Gayle Forman

"Alle glauben, dass es am Schnee lag. Und irgendwie stimmt das wohl."




Eigentlich wollten Mia und ihre Familie den freien Tag nutzen, um sich mit Freunden einen schönen Tag zu machen. Doch dann kommt alles ganz anders: Auf der Fahrt gerät das Auto plötzlich in einen Unfall, Mias Eltern und ihr kleiner Bruder Teddy überleben nicht. Sie selbst liegt schwer verletzt im Koma. Alles hängt von der einen Entscheidung ab: bleibt Mia, um die Chance auf ein Leben mit ihrem Freun Adam und einem möglichen Studium in New York zu nutzen oder geht sie zu ihrer Familie?


In der Ich-Perspektive aus Mias Sicht geschrieben ermöglicht der Roman es, voll und ganz in das Geschehen einzutauchen. Mir gefällt die Idee, dass Mia sozusagen als Geist umherwandern kann und miterlebt, was um sie herum geschieht. Durch den Ich-Erzähler erfährt der Leser ihre Gefühle aus erster Hand und kann ihren Zwiespalt zwischen Leben und Tod spüren, genauso wie die Liebe zu ihrer Familie, ihrer besten Freundin Kim und ihrem Freund Adam. Zwischendurch erzählt Mia immer wieder Geschichten aus ihrer Vergangenheit, die Forman so geschickt mit in die Handlung einebaut hat, dass man erst gar nicht merkt, dass man sich nicht mehr auf der sterilen Intensivstation aufhält. Obwohl diese Geschichte so aus dem Leben gegriffen scheint, zeigt Forman doch sehr viel Kreativität und Fantasie, die durch ihre wundervolle Sprache zum Ausdruck kommen. Bei manchen Szenen habe ich mir gewünscht, dass sie nie enden, weil sie einfach so schön beschrieben waren.

Auch die Charaktere sind sehr liebevoll gestaltet und mir während des Lesens sehr ans Herz gewachsen, insbesondere Mias Vater und ihr Großvater - auch Gramps genannt - haben es mir angetan. Besonders gefallen hat mir, dass Mias Familie nicht die typische Bilderbuchfamilie ist. Ihr Vater hat in einer Punkband gespielt, bis Mia zehn war und auch ihre Mutter ist eine knallharte Rockerin. Mia fällt da aus der Reihe: Sie liebt ihr Cello und klassische Musik und kann mit Punk nicht all zu viel anfangen.

Die Geschichte selbst ist sehr gradlinig verlaufen und bot keine großen Überraschungsmomente, was aber auch überhaupt nicht nötig war. Ein wenig gestuzt habe ich zwar, als Mia plötzlich als Geist auftauchte, aber die Idee gefällt mir wie gesagt sehr gut. Auch über die geringe Seitenzahl war ich zunächst skeptisch, aber die knapp 300 Seiten sind genau die richtige Länge für diesen Roman. Es wirkt nicht 'mal eben schnell' sondern gut durchdacht und die wenigen Seiten verhindern, dass Längen entstehen.

Insgesam ein wirklich sehr schöner Roman voller Gefühle und Liebe, ohne dabei kitschig zu sein, der mir sehr nahe gegangen ist. Ich kann ihn nur weiter empfehlen!


Bewertung: 5 von 5 möglichen Punkten


So, eigentlich wollte ich noch viel mehr schreiben, aber der PC löscht irgendwie immer was, wenn ich in das Feld klicke. Deshalb werde ich es jetzt dabei belassen und mich so langsam ins Land der Träume begeben.

Eure Caro

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