Dienstag, 28. Juni 2011

Rezension zu "Der Todeskünstler" (orig.: "The face of Death") von Cody McFadyen

"Dein Schmerz ist meine Gerechtigkeit"

Autor: Cody McFadyen
Originaltitel: "The face of Death"
Preis: 8,95€ als Taschenbuch
Seiten: 480 
Verlag: Bastei Lübbe
ISBN-13: 978-3404158539




















Das Grauen ist hier. Smoky Barrett riecht den Tod, als sie die Tür öffnet. Der Boden und die Wände sind mit Blut getränkt. Auf dem Bett liegen zwei tote Körper - geschändet, entstellt, ausgeweidet. Neben ihnen kauert ein Mädchen. Der Todeskünstler hat sie besucht. Seit Jahren zerstört er ihr Leben, tötet jeden, der ihr lieb ist. Er will sie in den Wahnsinn treiben und nach seinem Bild neu erschaffen. Er wird wieder zu ihr kommen ...

Insgesamt ist die Handlung logisch aufgebaut und gut durchdacht, alles ist in sich schlüssig. Die Vorgehensweise der Ermittler ist nachvollziehbar und es hat mich immer wieder erstaunt, wie es nach einer scheinbaren Sackgasse doch wieder weiter ging. Inhaltlich ist es allerdings oft grenzwertig, nicht nur die Leichen und deren Schauplätze werden detailliert beschrieben (von den Gerüchen mal ganz abgesehen), sondern später auch die Morde selbst. Das ist wirklich nichts für schwache Mägen.

Genauso wie die Handlung sind auch die Charaktere gut durchdacht, haben ihre Stärken und Schwächen. Das macht sie glaubwürdig und liebenswert, jedenfalls die Protagonisten, vom Täter kann ich das nicht behaupten. Der hatte, genauso wie das Opfer Sarah, eine Vergangenheit geprägt von Gewalt, Verlust und Hoffnungslosigkeit und es war erschreckend, von seinen Taten zu lesen. Allerdings war auch dort alles stimmig. Natürlich hätte seine Vergangenheit oder seine Taten oder seinen psychischen Zustand auch einen anderen Verlauf genommen haben können, aber so wie es ist passt es.

Nun zum Schreibstil: Wie ich schon erwähnt habe, beschreibt McFadyen zwar detailiert, aber er lässt unnötiges weg. Trotzdem entsteht ein lebendiger Gesamteindruck, der durch den Ich-Erzähler noch verstärkt wird. Eine Sache hat mir aber gefehlt: Zwar war das Buch durch und durch spannend, aber dieses beklemmende Thriller-Gefühl, was einen bis in die Nacht hinein verfolgt, kam leider nicht auf. Schade, denn das erwarte ich eigentlich von so einem Roman.

Alles in allem ist "Der Todeskünstler" ein absolut logisches, gut erzähltes, aber kurzlebiges Buch mit tollen Charakteren. Damit hat es sich drei einhalb Donuts verdient, aber ab fünf wird ja bekanntlich aufgerundet.


1 Kommentar:

  1. Hi :) Ich hab dir die maskierte Mutti verliehen :)

    http://bookparadies.blogspot.com/2011/06/das-hatte-ich-ja-schon-lang-nicht-mehr.html

    LG
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