Dienstag, 24. Mai 2011

Rezension zu "The Host" (dt.: Seelen) von Stephenie Meyer

Meine Lieben, wie ihr seht, habe ich es doch noch geschafft, die Rezi fertig zu bekommen.

Klappentext: Planet Erde, irgendwann in der Zukunft. Fast die gesamte Menschheit ist von sogenannten Seelen besetzt. Diese nisten sich in die menschlichen Körper ein und übernehmen sie vollständig - nur wenige Menschen leisten noch Widerstand und überleben in den Bergen, Wüsten und Wäldern. Eine von ihnen ist Melanie. Als sie schließlich doch gefasst wird, wehrt sie sich mit aller Kraft dagegen, aus ihrem Körper verdrängt zu werden und teilt ihn fortan notgedrungen mit der Seele Wanda. Verzweifelt kämpft sie darum, ihren Geliebten Jared wiederzufinden, der sich mit anderen Rebellen in der Wüste versteckt hält - und im Bann von Melanies leidenschaftlichen Gefühlen und Erinnerungen sehnt sich auch Wanda mehr und mehr nach Jared, den sie nie getroffen hat. Bis sie sich in Ian verliebt ... Der ungewöhnliche Kampf zweier Frauen, die sich einen Körper teilen müssen, eine hinreißende Liebesgeschichte und die wohl erste Dreiecksgeschichte mit nur zwei Körpern.(Quelle: Amazon.de)

Zu Anfang ist die Geschichte zäh wie Kaugummi, durch die ersten hundert Seiten habe ich regelrecht gekämpft, das Buch nicht einfach wieder in mein Regal zu stellen und es dort verstauben zu lassen. Danach, als Wanda und Melanie die anderen Menschen, die in einem Netz aus Höhlen leben, finden, kommt langsam Spannung auf. Der Rest des Buches spielt sich fast komplett in den Höhlen ab, der Leser erfährt von Anfeindungen gegenüber Wanda und der Akzeptanz, die sich dann doch langsam entwickelt, bis hin zur Liebe und dem passenden "Happy End". Insgesamt ist die Handlung sehr gradlinig und vorhersehbar sodass keine wirklich überraschenden Wendungen eintreten.

Vier wichtige Charaktere gibt es in dieser Geschichte, auf die ich gerne näher eingehen möchte.
Zuersteinmal Wanda, die Seele, die Melaies Körper besetzt und beherrscht. Wie alle anderen Seelen ist auch sie von Grund auf gut und verabscheut jede Art der Gewalt. Sie ist eine schlechte Lügnerin, da das Lügen nicht in der Natur der Seelen liegt. Mit Melanie in ihrem Kopf verändert sich jedoch einiges in ihrem Leben: Sie wird zur "Verräterin", indem sie den Menschen hilft und ihnen sogar zeigt, wie man einen Körper von einer Seele befreit. Ihr Wandel zum menschlichen hat mir gut gefallen. Bis zum Ende hin war er zwar nicht vollkomen vollzogen, aber es wirkt glaubwürdig.
Im Gegensatz zu Wanda scheut Melanie die Gewalt nicht. Sie gehört zu den Menschen, die noch nicht von den Seelen gefangen und besetzt wurden und ist es gewohnt, ein Leben auf der Flucht zu führen. Sie kann Wanda schließlich dazu überreden, das Versteck ihres Onkels Jeb aufzusuchen.
Zunächst hassen sich Melanie und Wanda und Wanda spielt sogar mit dem Gedanken, sich einen anderen Wirt zu suchen und Melanie somit zu töten, entschließt sich jedoch doch noch dagegen. Langsam entwickelt sich eine Freundschaft zwischen den beiden, zum Schluss nennen sie sich sogar Schwester. Die Beziehung zwischen den beiden ist sehr gut dargestellt und mir hat gefallen, wie Melanie Wanda erklärt, was diese nicht versteht.
Jared ist Melanies Freund, die beiden haben sich auf der Suche nach weiteren Überlebenden verloren. Jared hat schließlich zusammen mit Mels Bruder Jamie die Höhlenbewohner gefunden. Anfangs hasst er Wanda und möchte sie umbringen, als er jedoch realisiert, dass Mel immer noch existiert, verbessert sich ihre Beziehung. Ich konnte ihn allerdings nicht leiden und fand ihn ziemlich nervig.
Ian hingegen war mir von Anfang an sympathischer. Zwar hat er versucht, Wanda zu töten, hat aber auch als erster bemerkt, dass sie kein Monster ist und sich mit ihr angefreundet. An ihm hat mich gestört, dass er immer genau wusste, wie Wanda sich fühlt und auch immer darauf eingegangen ist. Einfühlsamkeit ist eine gute und schöne Eigenschaft, allerdings hat Frau Meyer es hier übertrieben.

Der Schreibstil ist - wie auch in den Twilight-Romanen - zwar flüssig, aber doch sehr schlicht gehalten und auch auf Englisch sehr gut zu verstehen. Sie schafft es, ihren Figuren und der Geschichte Leben einzuhauchen, aber ihre Sprache ist nichts außergewöhnliches. Auch für Leser geeignet, die ihr Englisch verbessern möchten und leichte Lektüre suchen.

Insgesamt muss ich sagen, dass ich mich oft an Twilight erinnert fühlte. Dieses hin und her zwischen Jared und Ian und auch die "kein Sex vor der Ehe Moral" habe ich wieder gefunden. Außerdem hat mich Jamie, Mels Bruder, ständig an den Jacob aus den ersten Twilight Bänden erinnert. Na super.
Als ich dieses Buch gekauft habe, habe ich eigentlich einen Kampf zwischen Menschen und Aliens erwartet oder sowas in der Art, aber das kam erst auf den letzten etwa 100 Seiten und da auch nur sehr knapp. Aus dem Thema hätte man viel mehr, als so eine schnöde Liebesgeschichte rausholen können. Aber wie schreibt Meyer so schön in der Widmung? "To my mother, Candy, who taught me that love is the best part of any story." In dieser Geschichte war die Liebe allerdings fast das einzige, was eine Rolle spielte.

Zum Cover muss ich aber sagen, dass es sehr passend ist. Das verzerrte Gesicht wirkt alienhaft, das große Auge bildet den Fokus des Bildes. Das reflektierende Papier, welches für Teile des Auges verwendet wurde passt sehr gut, da die Augen der bewohnten Menschen Licht silbrig reflektieren. Das Cover gibt es bei der englischen, als auch bei der deutschen Ausgabe, jedoch habe ich noch ein weiteres deutsches Cover gefunden, welches meiner Meinung nach nichts mit der Geschichte zu tun hat. Darauf abgebildet ist ein Schmetterling mit weißen Flügeln auf dunklem Grund.

Fazit: Ein nettes Buch für zwischendurch, aber nichts herausragendes. Wer Liebesgeschichten in dystopischen Welten mag, dürfte aber mit diesem Buch gut bedient sein.

Bewertung: 
 3 von 5 möglichen Punkten


Hat einer von euch das Buch schon gelesen und vielleicht eine ganz andere Meinung? Ich bin gespannt.
Liebe Grüße, Caro

Kommentare:

  1. Hay du :)
    da ist ja adeine Rezension ;)
    Hat aber am Ende doch nur drei Sterne bekommen?

    Hm naja, immerhin..
    Finde das zwiete Buchcover, mit dem Schmetterling total schön, auch wenn ich die Bedeutung nicht erfassen kann ;)

    Liebe Grüße!

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  2. Jaa, nur 3 Sterne, war nicht sooo super...
    Das zweite Buchcover find ich auch sehr schön, aber es hat eben keinerlei Bezug zum Inhalt.

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