Donnerstag, 26. Mai 2011

Lesung mit... Wolfram Dorn

Hallo meine Lieben,
manchmal kommt es ja doch vor, dass sich in mein verschlafenes, kleines Städtchen doch mal ein Autor für eine Lesung einfindet. Es ist immer wieder erstaunlich zu sehen, was für Persönlichkeiten dieser kleine Ort so hervorbringt. Mit etwas Glück bekomme ich an solchen Tagen dann einen Anruf von meinem Chef, der mir Aufträgt, über dieses Ereignis zu schreiben. Und so kam es, dass ich heute eine - mehr oder weniger - berühmte Persönlichkeit treffen durfte.


Mit seinen 87 Jahren hat Wolfram Dorn viele entscheidene Augenblicke der deutschen Geschichte miterlebt, als Kriegsgefangener und späterer Abgeordneter im Landtag und im Bundestag unter Willi Brandt. Mit über 62 Jahren parlamentarischer Tätigkeiten steht er sogar als "Weltmeister der Parlamentarier" im Guiness Buch der Rekorde, er ist der Parlamentarier, der die meisten Reden gehalten hat.
Als Zeuge einer so bewegten Zeit hat er 52 Bücher geschrieben, bzw. mit veröffentlicht und hat die Macht der Zensur am eigenen Leib gespürt, als er geheime Akten und Fakten über den Kalten Krieg veröffentlichen wollte. Doch er hat nicht nur Sachbücher veröffentlicht, sondern auch Gedicht und Bildbände und eine Autobiografie, die sicherlich sehr interessant ist.


Wolfram Dorn


Nun aber zu seiner Lesung. Unter dem Titel "Der weite Weg von Martin Luther-King und den Kennedys zum Präsidenten Obama" sprach Dorn über seine Erlebnisse mit den Kennedy Brüdern, insbesondere Robert Kennedy, und Martin Luther King, als er im Jahr 1962 in Amerika war und mit den beiden durch die Staaten gereist ist. Er hat die Bürgerrechtlerbewegung und auch die unglaubliche Gewalt des Ku Klux Klans hautnah miterlebt und war dabei, als die Kennedys das Gesetz zur Gleichberechtigung aller US Bürger auf den Weg gebracht haben. Durch diese persönlichen Erlebnisse war die Lesung sehr emotional und man merkte, dass auch nach Jahrzehnten der Verlust von dieser besonderen Freunde für ihn immer noch schmerzvoll ist.
Während der Lesung faszinierte mich der Gedanke, dass Dorn diese Menschen wirklich getroffen, mit ihnen geredet hat und sogar mit ihnen befreundet war, ich konnte es mir kaum vorstellen, denn für mich waren sie bisher immer nur Namen auf einem Blatt Papier.

Dies war wohl mal ein etwas anderer Rückblick auf eine Lesung, aber es hat mich so sehr fasziniert und mich so zum Denken angeregt, dass ich es einfach mit jemandem teilen musste - und wer eignet sich da besser als ihr? Ich glaube, es ist mir nicht gelungen, das Gänsehautgefühl, welches ich immer wieder hatte, an euch weiter zu geben, aber ich hoffe, es war doch ein bisschen interessant für euch.

Liebe Grüße, eure Caro

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